SICHERHEIT

Krisenmanagement

Der Gouverneur kann in einer Notsituation eine provinziale Phase auslösen.

Als Vorsitzender des Provinzialen Koordinierungsausschusses, der sich aus Vertretern der verschiedenen Disziplinen oder Diensten zusammensetzt, koordiniert der Gouverneur die Bewältigung der Krise auf strategischer Ebene.

Die Aufträge des Koordinierungsausschusses bestehen darin, die Notsituation zu bewerten, Personal und Material zur Verstärkung anzufordern, Polizeiverordnungen zu erlassen, die Hilfsoperationen zu koordinieren, Probleme vorausschauend anzugehen, die Bevölkerung zu informieren, usw.

In der Provinz Lüttich mussten in den letzten Jahren mehrere provinziale Phasen ausgelöst werden. Erinnern wir uns nur an die wolkenbruchartigen Regenfälle, die im Juli 2008 auf Esneux, Seraing und Lüttich niedergingen und an zahlreichen Wohnhäusern große Schäden verursachten, an die heftigen Schneefälle im Dezember 2010, bei denen hunderte von Autofahrern mehrere Stunden auf der Autobahn feststeckten, oder an den spektakulären Brand des Hohen Venns im April 2010, der mehr als 1000 Hektar Vegetation verwüstete.

feuerwehr

In anderen Fällen reicht die kommunale Phase aus, um den Bedürfnissen der Bürger zu entsprechen. Dann ist der Bürgermeister für die Bewältigung der Krise zuständig. Das war beispielsweise bei der Katastrophe der Rue Léopold im Jahr 2010, den örtlich begrenzten Überschwemmungen in den Jahren 2008 und 2011 und bei der Explosion in Engis auf der Anlage eines Seveso-Unternehmens im März 2014 der Fall. In allen Fällen unterstützt der Gouverneur die kommunalen Behörden.

Hören Sie hier einige Berichte von Bürgermeistern, die sich mit der Bewältigung einer Notsituation konfrontiert sahen:

Wenn es Sie interessiert, wie das Krisenmanagement in Belgien organisiert ist, können Sie hier die vom FÖD Inneres herausgegebene Broschüre herunterladen: Planification d'urgence et gestion de crise en Belgique

Die Alarmierung der Bevölkerung in Notsituationen

sirenen

In Notsituationen ist eine schnelle Alarmierung der Bevölkerung entscheidend.

Wenn ein Noteinsatzplan ausgelöst wird, kann die Bevölkerung über ein Netz aus 540 Sirenen, die über ganz Belgien verteilt sind, alarmiert werden. Diese Sirenen befinden sich in der Nähe von Industriebetrieben mit erhöhtem Risiko (Seveso-Betriebe der oberen Klasse) und von kerntechnischen Anlagen.

Hier finden Sie die Standorte der Sirenen und können die verschiedenen Töne und Mitteilungen anhören: www.seveso.be

Alle Sirenen werden zweimal täglich getestet. Zu diesem Zweck geben sie einen Ton ab, der für das menschliche Ohr nicht zu hören ist. Auf diese Weise können die verschiedenen Elemente der Sirene getestet werden. Bei regelmäßiger Wartung liegt die Funktionstüchtigkeit der Sirenen bei über 98 Prozent.

An jedem ersten Donnerstag jedes Quartals wird zwischen 11:45 Uhr und 13:15 Uhr eine Minute lang ein akustischer Test durchgeführt. Bei diesen Tests muss die Bevölkerung nichts unternehmen.

Bei tatsächlicher Gefahr heulen die Sirenen länger auf und kann der Ton mehrmals wiederholt werden.

Die elektronische Sirene ist nicht das einzige System, das für die Alarmierung der Bevölkerung zur Verfügung steht. Folgende Kanäle können ebenfalls benutzt werden:

  • Lautsprecherfahrzeuge der Polizei
  • Rundfunk und Fernsehen
  • SMS-Nachrichten / Telefonanrufe
  • Soziale Medien

Lassen Sie sich in Notsituationen persönlich alarmieren

Be alert

BE-ALERT ist ein neues Alarmierungsmittel, mit dem die unmittelbar von einer Notsituation betroffene Bevölkerung schneller und deutlicher gewarnt und möglichst gut informiert werden kann.

Wie wird man benachrichtigt?

Je nach Notsituation kann der für das Krisenmanagement zuständige Gouverneur entscheiden, über die ihm zur Verfügung stehenden Kanäle eine Alarmierungsnachricht zu versenden. Um diese über BE-ALERT versendeten Nachrichten zu erhalten, müssen Sie sich vorab eingetragen haben.

Bei dieser Eintragung wird die Art der Benachrichtigung gewählt:

  • Sprachnachricht auf Festnetztelefon oder Mobiltelefon
  • SMS auf das Mobiltelefon
  • Textnachricht per E-Mail
  • Textnachricht per Fax

Wie trägt man sich ein?

Klicken Sie auf den Link "Tragen Sie sich ein" weiter unten.

Geben Sie Ihre Kontaktdaten ein.

Ihre Angaben werden nur für eine Alarmierung in Notfällen verwendet.

Tragen Sie sich ein! Es dient Ihrer Sicherheit.

Der Gouverneur kann auch Alarmierungsnachrichten über seine Twitter- und Facebook-Accounts versenden. Deshalb raten wir Ihnen, von nun an diesen offiziellen Accounts zu folgen.

Empfehlungen in Notsituationen

Wie soll man sich beim Aufheulen der Alarmsirenen oder bei einer Aufforderung zum Aufenthalt in geschlossenen Räumen verhalten?

  • Gehen Sie nach drinnen oder bleiben Sie drinnen.
  • Schließen Sie Fenster und Türen (und schalten Sie die Belüftung aus).
  • Verfolgen Sie die Medien, um weitere Informationen und Ratschläge zu erhalten.
  • Vermeiden Sie es zu telefonieren (eine Überlastung des Telefonnetzes kann die Arbeit der Hilfsdienste behindern).
  • Lassen Sie Ihre Kinder in der Schule (dort sind sie in guten Händen).

Wie stellt man ein Notfallpaket zusammen?

Sie können zudem im Voraus ein Notfallpaket zusammenstellen, damit Sie besser auf eine Notsituation vorbereitet sind, was Ihre Sicherheit und die Ihrer Familie betrifft.

Links

Nukleares Risiko

Seveso-Risiko

Föderales Krisenzentrum